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Wichtige historische Daten

Der Ort lag in früheren Jahrhunderten an dem uralten Fernhandelsweg von Köln nach Leipzig und weiter, der "Heidenstraße". Diese Lage hat die Geschichte des Ortes wesentlich geprägt.

1177
erstmals erwähnt in einer Urkunde, die eine Schenkung an das Kloster Küstelberg betraf. Spätere Ausgrabungen haben ergeben, dass das Kloster dort stand, wo heute die Kirche steht. Nach den Rekonstruktionen aufgefundener Mauerreste handelte es sich dabei um eine 3-schiffige Basilika mit anschließendem Kreuzgang und Klostergebäuden.

1298
wird dieses Kloster, das zuletzt von Augustinerinnen geführt wird, nach Glindfeld verlegt, wo es später von Kreuzherren übernommen und bis zur Säkularisation 1803 bestanden hat.

Aber auch nach der Verlegung des Klosters behält Küstelberg seine Bedeutung durch die Lage an der Heidenstraße. Hier in Küstelberg teilt sich der Weg in 2 Strecken östlich und südlich des Schlossberges.

1320
erhalten die Einwohner Küstelbergs durch den Marschall Robert von Virneburg das Privileg, ihre Rechtsangelegenheiten vor einem "Burggericht" zu regeln.
Durch die Lage an der Grenze zwischen dem Fürstentum Waldeck und dem Erzbistum Köln ist es jahrhundertelang zu Fehden und Übergriffen gekommen.

ab 1400
nahm der Verkehr auf der Heidenstrasse durch das Aufblühen des Fernhandels zu. Küstelberg entwickelte sich dadurch zu einem bekannten und wichtigen Rastplatz für Kaufleute, Fuhrleute und Pferde. Hinzu kamen Vorspanndienste, die von hier in beide Richtungen geleistet wurden.

Auch nach dem Wegzug des Klosters blieb der Ort ein viel besuchter Wallfahrtsort. Hier wurde eine Gnadenbild der Mutter Gottes verehrt, das dann später verschollen ging, 1967 wieder entdeckt, restauriert und jetzt in der Kirche aufgestellt worden ist.
Aus den Wallfahrten und begünstigt durch die Lage entwickelten sich Pferdemärkte, die 2x jährlich ein Anziehungspunkt für Bauern und Händler waren und bis 1964 bestanden. Ab 1966 wird dafür ein Schützenfest gefeiert.

1618 - 1648
Der 30-jährige Krieg hat auch die hiesige Gegend schwer getroffen und tiefe Wunden geschlagen. Doch auch hier brachte die Lage an der Heidenstrasse langsam wieder Handel und Betrieb in den Ort und führte damit wieder zum Aufblühen.
Insbesondere der jetzige Hof Ewers - früher Padberg - war die Seele des Dorfes und entwickelte sich zu einem bekannten Rast- und Gasthof mit eigener Bier- und Branntweinbrennerei. Im 19. Jhd. hat hier Henriette Davidis Teile ihres berühmten Kochbuches geschrieben.

1806
wurde der hiesige Raum dem Großherzogtum Hessen-Darmstadt zugeteilt.

1815
kam das Gebiet durch die beim Wiener Kongress beschlossene Gebietsänderung zum Königstum Preussen.

1833
hat in dem o.g. Hof Padberg der damalige Kronprinz von Preussen, Friedrich Wilhelm, seinen Geburtstag gefeiert. Er war der spätere König Friedrich Wilhelm der IV, der von 1840 - 1857 als Preussenkönig regierte und Vorgänger des späteren deutschen Kaisers Wilhelm dem I war.

ab 1850
entstand eine neue Kirche, neue Häuser sowie ein Speicher für die Handelsware

1902
wird zur besseren Verkehrserschließung der gesamten Region die "Kleinbahn Steinhelle - Medebach" gebaut, eine Schmalspurbahn mit 0,75 m Spurbreite. Bekannt wird sie auch durch die zwischen Küstelberg und Wissinghausen notwendige Spitzkehre in Form eines Z.

1952
wird die Bahnstrecke stillgelegt. An vielen Stellen ist die alte Trassenführung heute noch deutlich sichtbar.

1969
wird die bis dahin selbständige Gemeinde mit den Orten des früheren Amtes Medebach zur Großgemeinde Medebach zusammengefaßt.

1983
Gewinn der Goldmedallie auf Landesebene im Rahmen des Wettbewerbs "Unser Dorf soll schöner werden"